Arbeiten 4.0 - Wie werden wir 2030 arbeiten und leben?
Arbeiten 4.0 umfasst alle Themen, die mit der Automatisierung und Digitalisierung und den daraus resultierenden Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt zu tun haben. Teilweise wird auch von der vierten Industriellen Revolution gesprochen oder auch von Industrie 4.0. Durch den Fortschritt der Technik können immer mehr Arbeitsschritte und Aufgaben, die bisher von Menschen gemacht werden, durch Roboter, Maschinen und Software übernommen werden.
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Arbeiten 4.0

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Was verbirgt sich hinter dem Begriff Arbeiten 4.0?

Arbeiten 4.0 – Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wird es Lohnarbeit, so wie wir sie heute kennen, in 15 Jahren überhaupt noch geben oder genießen wir dann rund um die Uhr unsere Freizeit? Werden immer mehr Menschen arbeitslos oder müssen wir immer mehr arbeiten, um mit der Produktivität von Maschinen mithalten zu können? Fragen wie diese beschäftigen zurzeit viele Menschen. Sie alle können unter dem Diskurs zum Thema „Arbeit 4.0“ zusammengefasst werden. Doch was genau bedeutet dieser Begriff? Kurz gesagt verbergen sich dahinter alle Themen, die mit der Automatisierung und Digitalisierung und den daraus resultierenden Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt zu tun haben. Teilweise wird auch von der vierten Industriellen Revolution gesprochen oder auch von Industrie 4.0. Die gemeinsame Aussage hinter den verschiedenen Begriffen: Durch den Fortschritt der Technik können immer mehr Arbeitsschritte und Aufgaben, die bisher von Menschen gemacht werden, durch Roboter, Maschinen und Software übernommen werden. Und dies betrifft voraussichtlich nicht nur Fließband- oder Routinearbeiten, sondern auch Tätigkeiten im Bereich Buchhaltung, Verwaltung Transport und Logistik oder Kundenservice (vgl. Frey und Osborne 2013, Pfeiffer 2015).

 

Diskurs über Folgen und Entwicklungen von Arbeiten 4.0

Bisher ist nicht absehbar, wie unsere Arbeitswelt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten aussehen wird, wenn immer mehr Aufgaben von Maschinen übernommen werden, die dank künstlicher Intelligenz selbstständig miteinander und mit uns Menschen kommunizieren können. Diese und ähnliche Fragen werden kontrovers diskutiert, in der Wissenschaft wie in der breiten Bevölkerung. Im Folgenden werden einige Prognosen und erwartete Entwicklungen von Arbeiten 4.0 zusammengefasst – positive wie negative.

 

Mögliche negative Entwicklungen Arbeiten 4.0

Verschiedene Quellen sagen im Zusammenhang mit Arbeiten 4.0 einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Millionenbereich voraus, bedingt durch den Ersatz menschlicher Arbeitskräfte durch Maschinen (vgl. Frey und Osborne 2013, Word Economic Forum 2016, Srnicek und Williams 2015). Nur wenige Berufsfelder würden dabei verschont bleiben, prognostizieren viele Fachleute. Sie sehen vor allem Berufe mit hohem Bedarf an sozialer Kompetenz und Kreativität als schwer substituierbar durch Automatisierung und Digitalisierung (vgl. Osborne und Frey 2013). Zwar würden durch die zunehmende Technisierung auch neue Beschäftigungsfelder und Aufgaben entstehen, doch diese könnten die hohen Arbeitsplatzverluste kaum ausgleichen (vgl. Frey und Osborne 2013, Word Economic Forum 2016). Wer Arbeit hat, kann durch die steigende Flexibilisierung unter Druck geraten, welche eine „zunehmende Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben“ (Hofmann 2015) verursachen kann.

 

Mögliche positive Entwicklungen Arbeiten 4.0

Andere Fachleute sehen die Entwicklungen im Zuge von Arbeiten 4.0 nicht ganz so kritisch. Zwar bestreitet kaum jemand, dass die Technisierung der Arbeit weitreichende Veränderungen mit sich bringen wird, doch glaubt beispielsweise Sabine Pfeiffer, dass wir uns entsprechende Kompetenzen aneignen können, um Gestaltung, Wandel und Komplexität von Industrie 4.0 bewältigen zu können (vgl. Pfeiffer 2015). Darüber hinaus sei nicht jeder Wegfall von Arbeit negativ zu sehen: Wenn Maschinen anstrengende oder monotone Arbeiten übernehmen, erleichtert das den Arbeitsalltag des Menschen, man hat mehr Zeit für andere, anspruchsvollere Tätigkeiten (vgl. Pfeiffer 2015, Friess 2016). Noch weiter geht der Gedanke, dass Menschen durch die Hilfe von Maschinen nicht mehr an ihre Arbeit gebunden sind und ihr Leben frei gestalten können (vgl. Srnicek und Williams 2015). Teils wird auch von Arbeitszeitverkürzung gesprochen, um mehr Menschen die Möglichkeit zur Arbeit zu geben (vgl. Gorz 1989).  Zudem wir auch immer wieder der Anstieg an Flexibilität als Vorteil der Digitalisierung genannt (vgl. Rendueles 2015). Menschen können problemlos über tausende Kilometer in Echtzeit kommunizieren, dank digitalem Zugang ist Arbeit nahezu zu jeder Zeit von jedem beliebigen Ort aus möglich. Weiterhin könnten Unternehmen ihre Produktion wieder verstärkt in Deutschland aufbauen, da „die Größe der Fabriken ebenso wie die Anzahl der Arbeiter nicht mehr der entscheidende Faktor sein wird“ (Heisterhagen 2015).

 

Ausblick

Die kommenden Jahre werden nun zeigen, in wie weit sich die Veränderungen der fortschreitenden Digitalisierung auf uns und unsere Arbeit auswirken werden. Auch wenn nicht eindeutig geklärt werden kann, ob nun die positiven und negativen Aspekte an Relevanz gewinnen, so ist klar, dass die Auswirkungen weitreichende Folgen für uns haben werden – im Beruf als auch im Alltag.

Literatur zum Thema Arbeiten 4.0

Die oben verwendete Literatur sowie weitere Studien und Artikel dienten als Grundlage für die Entwicklung der Szenarien im Think Tank an der Hochschule der Medien.

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F

G

  • Gorz, André (1989): Kritik der ökonomischen Vernunft. Sinnfragen am Ende der Arbeitsgesellschaft. Berlin: Rotbuch Verlag. S. 307 – 343.

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  • Schmiede, Rudi (2015): Homo faber digitalis? – Zur Dialektik von technischem Fortschritt und Arbeitsorganisation. In: Mittelweg 36, Heft 6 Dezember 2015/Januar 2016, 24. Jahrgang. S.37-58.
  • Sennett, Richard (1998): Der flexible Mensch: Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin: Berlin Verlag.
  • Spät, Patrick (2016): Die Massenarbeitslosigkeit kommt zurück. Zukunft der Arbeit. In: Zeit Online, 22.01.2016. Online verfügbar unter http://www.zeit.de/karriere/beruf/2016-01/zukunft-arbeit-arbeitsmarkt.
  • Srnicek, Nick und Williams, Alex (2015): Inventing the Future. Postcapitalism and a World Without Work. London/Brooklyn: Verso

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