Die Digitalisierung führt zu Arbeitslosigkeit und Unruhen
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Grafik_Manchester40_Arbeiten2030_Arbeiten4.0_Szenario_Dystopie

Kurzbeschreibung

Kernelement der Dystopie Manchester 4.0 ist der Wegfall von Jobs und die damit entstehende hohe Arbeitslosigkeit. Neben der Elite existiert in dieser Dystopie eine große graue Masse an Menschen, die niedere Jobs ausführen und immer wieder in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Der Alltag ist entweder von der Arbeitslosigkeit oder von der Macht der Unternehmen geprägt. Der Leistungsdruck auf die Mitarbeiter steigt immer weiter an. Demonstrationen und Unruhen innerhalb der Gesellschaft nehmen immer weiter zu.

Allgemeine Szenariobeschreibung

Der Druck auf dem Arbeitsmarkt wird bis zum Jahr 2030 durch viele Einflussfaktoren steigen. Insbesondere die Macht der Unternehmen wächst immer mehr, da diese nicht nur die wirtschaftliche und technologische Vorreiterstellung Deutschlands ermöglichen, sondern ebenfalls eine elitäre Expertenschicht ausbilden. Diese Spezialisten sind schon lange nicht mehr nur Einheimische, denn durch die Globalisierung stehen den Unternehmen Talente aus der ganzen Welt als Arbeitnehmer zur Verfügung.

 

Die wachsende Macht der Unternehmen schwächt die deutsche Politik

Die Regierung vertritt seit 2020 eine neo-liberale Politik, um den Vorsprung zu aufzuholen, den andere Länder aufgrund lockerer Datenschutzrichtlinien und einer stärkeren Innovationskraft in der Vergangenheit aufgebaut hatten. Nun steht Deutschland wieder mit an der Spitze des Weltmarktes, aber der Preis für die Regierung und Bevölkerung ist hoch. Die Möglichkeiten der Regierung durch Regulierungen einzugreifen sind deutlich gesunken und somit auch die Macht innerhalb des eigenen Staates. Diese geht in erster Linie von den Unternehmen aus, die Unternehmen haben die Regierung gar in der Hand, da sie durch geschlossene Abkommen rechtlich gegen den Staat vorgehen können. Durch den sinkenden Schutz des Staates hat die Bevölkerung zu großen Teilen den Glauben an die Politik verloren. Hinzukommt, dass die vom Staat unterstützte und vorangetriebene Digitalisierung und Automatisierung zur Arbeitslosigkeit geführt hat und Arbeitsplätze nicht in gleichem Maße neu geschaffen werden konnten.

 

Dauerhafte Überwachung der Arbeitnehmer führt zu hohem Leistungsdruck

Dadurch wird die Kluft zwischen der oberen gesellschaftlichen Schicht, der sogenannten Expertenschicht, und der neuen prekären und austauschbaren Mittelschicht immer größer. Die neue Mittelschicht hat nichts mehr mit der Mittelschicht der 2000er-Jahre zu tun. Sie wurden meist auf das neue digitale und technologische Arbeitsleben umgeschult und leben oftmals am Existenzminimum. Um diese Jobs weiterhin ausführen zu dürfen, müssen die Menschen dieser Schicht produktiv sein und sich ständig durch Weiterbildungen und Webinare selbstoptimieren. Nur so haben sie eine Chance auf Arbeit.

Um die Produktivität der Arbeiter sicherzustellen, haben die meisten Arbeitgeber den eigenen Mitarbeitern einen unternehmenseigenen Performancechip (C2-30) implantieren lassen. So können sie sich nicht nur ein Bild über den individuellen physischen und psychischen Zustand der Arbeiter machen, sondern auch den Standort und den Puls genauestens messen.

Der Chip kann den Arbeiter außerdem mit nötigen Vitaminen und Nährstoffen versorgen, so kann der Arbeiter bspw. die Zeit für das Frühstück einsparen und länger schlafen. Die meisten Unternehmen haben festgestellt, dass ihre Mitarbeiter bei sechs Stunden Schlaf am produktivsten sind, daher wird vermehrt vertraglich festgehalten, dass die Mitarbeiter sechs Stunden pro Tag schlafen müssen. Wer sich nicht tracken lassen möchte oder die Leistung seines Vertrags nicht erfüllt, wird fristlos entlassen und durch einen Roboter oder einen leistungsfähigeren Kollegen ersetzt. Die durchschnittliche Arbeitszeit aller Arbeitnehmer beträgt 12 Stunden täglich. Freie Wochenden gibt es nur noch selten und die Feiertage wurden in allen Bundesländern reduziert.

 

Hohe Arbeitslosigkeit führt zu Demonstrationen und Gewalt

Die Arbeit ist durch die Unterstützung der Roboter sehr knapp geworden und so können lediglich die 9% der Experten und maximal 60% der regelmäßig wechselnden Mittelschicht beschäftigt werden. Summa Summarum ergibt das mindestens 31% Arbeitslose in der deutschen Gesellschaft. Doch diese sind schon lange nicht mehr nur resigniert, sondern mittlerweile derart frustriert und radikalisiert, dass sie regelmäßig zu gewaltsamen Aufständen aufrufen. Wenige Menschen, die zuvor der oberen Mittelschicht oder sogar der Expertenschicht zugeordnet waren, und auf Grund des sehr hohen Leistungsdrucks abgefallen sind, sind sogar in der Lage ihren Chip zu hacken und gefährden somit das vorhandene System. Die Kriminalität ist durch die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den letzten 10 Jahren um 800 Prozent angestiegen.

Deutschland im Jahre 2030 befindet sich an einem Scheideweg. Das Land steht auf der Kippe und ein Umbruch wird bald erfolgen, denn der Bevölkerung bleibt nur die Entscheidung, sich als eine Art “Sklave” dem Druck und der ständigen Überwachung zu beugen oder sich durch Kriminalität, Aufstände und Unruhen zu wehren. Die Unzufriedenheit ist somit äußerst hoch und die Großstädte sind Hochburgen von Kriminalität und Unruhen sowie der Unterdrückung durch die Totalüberwachung der Wirtschaft.

Szenario Manchester 4.0 Arbeitslosigkeit
Szenario Manchester 4.0 Arbeitslosigkeit
Szenario Manchester 4.0 Arbeitslosigkeit